Über mich

Geboren bin ich im April 1961. Ja, ich bin als Mann geboren. Inzwischen habe ich meine Maske fallen gelassen, bin jetzt Jennifer , auch wenn der Staat das offiziell noch nicht so sieht und habe am 7. März 2012 meinen neuen Lebensabschnitt als Frau begonnen. Dies erforderte am Anfang jeden Tag aufs neue einige Kraft, aber jetzt fühle ich mich innrlich eins und frei. Es ist für mich mittlerweile das normalste von der Welt und niemand wird mich mehr als Mann zu sehen bekommen.

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Jeder der diese Site mit Offenheit und Toleranz besucht, sich einfach informiert oder auch mir mit ein paar freundlichen Worten oder Zuschriften seine Unterstützung bekundet ist hier herzlich willkommen. 

Tagebuch

                                                                                                              2010/2011

Die vergangenen zwei Jahre waren oft Gefühlskarussel, wobei mir meine Frau Birgit oft beigestanden hat. Trotz dieses Gefühlschaos habe ich mich immer auf sie verlassen dürfen.

In mir wächst ein mir ein

vorher verdrängtes Gefühl.

Ich fühle mich feminin.

Mit einigen Umwegen, ist mir klar geworden , dass ich eine Frau bin,

die im Körper eines Mannes steckt.

Jetzt habe ich die Erklärung, warum ich auf Juliane Juchlis ATL: "Sich als Mann, Frau, Kind fühlen",

während meiner Ausbildung für mich selbst keine Antwort einfiel.

                                    Heute ja: 

                                    Ich fühle mich als Frau!

            

                                                                                                                    2012

Januar:  Ich kann den inneren Druck nicht mehr aushalten. Ich möchte als Frau leben.

Dies geschieht heimlich. Das Geheimnis wird gelüftet. Die Ehe scheint am Ende.

Februar: Trennung von meiner geliebten Frau, das nicht ohne Schmerz geschah.

 Aber auch neue Chance, ich zu sein.

 Ich gehe als Frau in die Öffentlichkeit, in meiner Freizeit, Einkaufen usw

März:  Jetzt lebe ich mein gefühltes Geschlecht im täglichen Leben, auch bei der Arbeit.

Meine Vermieterin möchte, dass ich ausziehe!

April:  Neben den Herausforderungen des Alltagsgewöhne ich mich schnell an meine neue Identität,

Das ist befreiend! Manchmal auch anstrengend, wenn ich auf der Sraße angepöbelt werde,

was zum Glück nicht so häufig passiert

Mai:  Erkundigungen über Änderung de Namens und  Personenstandes.

Jeden Tag bin ich meiner Entscheidung sicherer. Im täglichen Leben auch.

Juni: Endlich habe ich einen für den nächsten Monat Termin bei einem zugelassenen Gutachter

Juli: Der Termin beim Gutachter hat mir noch mehr Mut gemacht. Das Leben wird auch offiziell bald neu "beginnen" dürfen. 

August:im Moment scheint es nicht weiter zu gehen. Der Gutachter macht mir wohl Mut, aber der Weg scheint endlos.

Seeptember:Ich bin ziemlich ungeduldig :) Mein Leben als Frau zu bestreiten macht mich aber glücklich.

Oktober:Der Gutachter gibt mir die Bescheinigung, eine Namensänderung zu beantragen. Er sagt aber, es würde sehr lange dauern.

November:Zunächst stelle ich den Antrag auf Änderung der KK- Karte. Beim Gutacher Termin erhalte ich endlich die Genehmigung Hormone zu nehmen.

Die Krankenkassenkarte ist gestern (22.) eingetroffen. Ich habe den ersten Termin bei der Gynäkologin zur Hormoneinstellung erhalten.                         

Die Chance auf die geschlechtsangleichende OP ist in greifbare Nähe gerückt.

Dezember: Ich war bei der Frauenärztin und seit dem 13. nehme ich 2mg Estradiol morgens und 2,5mg Androcur abends. 

 

 2013

Januar: Obwohl die Hormonbehandlung noch nicht lange anauert, ist ein Brustwachstum klar wahrnehmbar. Der Antrag auf Namens- und Personenstandsänderung ist offiziell gestellt.                                                                                                                                                                            Die geschlechtsangleichende OP ist laut der Richtlinien des MDK erst 18 Monate nach Beginn der Psychotherapie genehmigt werden. Das wäre erst Anfang 2014. Für mich ist das ein menschenrechtsverletzender Zustand, noch so lange warten zu müssen. Wie kann so was mit dem Grundgesetz in Einklang stehen?  

Februar:   Die Hormonbehandlung wird angepasst. Seit dem 20.  erhalte ich zu den 2mg Östradiol, 5mg Androcur abends.

März:   Am 23. habe ich meine große Liebe kennen gelernt, den besten Mann unter der Sonne.

April:  In meiner Beziehung bin ich sehr glücklich. Leider noch eine Fernbeziehung

Juli:   Der Psychiater hat vorgeschlagen, nun doch schon den Antrag für die OP im August zu stellen. In meiner Beziehung, leider immer noch örtlich getrennt, bin ich weiterhin überglücklich!

November: Am 30. hatte ich das Vorgespräch zur geschlechtsangleichenden OP. Der angedachte Termin ist der 18. März. Ich freue mich sehr darauf.

Dezember: Der Antrag für die Kostenübernahme der Krankenkasse ist am 27. bei der KK eingegangen. Jetzt beginnen 6 Wochen des Wartens. Mitte Februar möchte die Klinik in Hamburg wissen, ob der OP Termin am 18. März bestätigt werden kann.

 

2014


Februar: Die Genehmigung der Krankenkasse lässt noch auf sich warten. Die KK möchte noch eine persönliche Begutachtung durch den MDK. Die Klinik lässt sich darauf ein, noch zu warten und den OP-Termin zu halten. 

März: Am 6. erfolgt die Begutachtung durch den MDK. Der MDK befürwortet die geschlechtsangleichende OP. Am 12. März erhalte ich endlich die Genehmigung zur OP und die Gutachten zur Namens- und Personenstandsänderung sind an das Gericht unterwegs.

Am 18. März werde ich wie geplant in Hamburg von Dr. Pottek operiert.

April: Am 10. April werde ich nach erfolgreicher OP aus dem Krankenhaus entlassen. Auch wenn es noch schmerzt, mein Traum ist wahr geworden. Jetzt bin ich ganz Frau und sehne mich jetzt danach, gemeinsam mit meinem Liebsten mein Leben zu verbringen!

Mai: Am 18. Mai hat das Amtsgericht Köln dem Antrag auf Namens- und 'Personenstandsänderung stattgegeben und nun bin ich offiziell Jennifer und weiblich.

August: Jetzt habe ich endlich meinen Pass!

Mein Projekt:

 

Erschreckend ist die Erkenntnis:
"Anders zu sein als Andere"
Noch erschreckender dann:
"Du kannst dich nicht dagegen wehren"
Du versuchst zu verdrängen;
Du versuchst zu verbergen;
Du suchst Akzeptanz;
Du suchst dein wahres Leben.
Und wenn du es endlich gefunden hast
ist die Überwindung der mittlerweile
aufgebauten Hindernisse
fast unmenschlich quälend.
Doch wenn du dich dann gefunden hast
bist du befreit.
Befreit von Unsicherheit.
Befreit von Einsamkeit.
Befreit von innerer Zweisamkeit.
DU bist DU

(Gerda Maria Weiß)